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Shopware 6 Sucheinstellungen richtig konfigurieren: Schritt für Schritt

Die Sucheinstellungen im Shopware-Admin sind schnell gefunden, aber selten durchdacht eingestellt. Diese Anleitung geht jede Option durch und zeigt, welche Werte sich in der Praxis bewähren – und was sich dort nicht lösen lässt.

Von Kevin Allmann, Shopware-EntwicklerStand: Oktober 20267 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Die Sucheinstellungen liegen unter Einstellungen → Allgemein → Suche und gelten je Sprache.
  • „UND“-Suche liefert präzisere Treffer, „ODER“-Suche mehr Treffer – ab Werk ist ODER aktiv.
  • Über „Durchsuchbare Inhalte“ und die Rangpunktzahl steuern Sie, welche Felder zählen und wie stark.
  • Nach Änderungen an Feldern oder Punkten den Such-Index neu erstellen und mit der Echtzeit-Suche prüfen.

Wo Sie die Sucheinstellungen finden

Öffnen Sie im Shopware-Admin Einstellungen, dort im Bereich Allgemein den Eintrag Suche. Die Seite „Such-Einstellungen“ hat zwei Reiter: „Allgemein“ mit allen Optionen und „Echtzeit-Suche“ zum Ausprobieren.

Wichtig für mehrsprachige Shops: Die Einstellungen werden je Sprache gespeichert. Oben auf der Seite wechseln Sie die Sprache und passen die Werte für jede Sprache einzeln an. Vergessen Sie das nicht, sonst sucht etwa Ihr englischer Kanal mit ganz anderen Regeln als der deutsche.

Alle folgenden Schritte wirken sowohl auf die Datenbanksuche als auch auf eine Suche mit Elasticsearch oder OpenSearch. Ein Überblick über weitere Hebel außerhalb dieser Seite steht im Ratgeber Shopware 6 Suche verbessern.

Schritt 1: Such-Verhalten – UND oder ODER

Im Bereich „Such-Verhalten“ entscheiden Sie, wie mehrere Suchwörter verknüpft werden. Das ist die folgenreichste Einstellung auf der ganzen Seite.

„UND“-Suche„ODER“-Suche
RegelAlle Suchwörter müssen vorkommenEines der Suchwörter genügt
Beispiel „jeans sommer“Artikel mit „jeans“ und „sommer“Artikel mit „jeans“ oder „sommer“
Stärkepräzise, kurze Trefferlistenselten null Treffer
Schwächeein fehlendes oder falsches Wort ergibt null Trefferlange Listen mit vielen unpassenden Artikeln

Ab Werk ist die „ODER“-Suche aktiv. Für die meisten Shops mit einem breiten, ähnlichen Sortiment – Mode, Werkzeug, Ersatzteile – ist die „UND“-Suche die bessere Wahl, weil Kunden mit jedem weiteren Wort eingrenzen wollen. Wer „jacke damen“ sucht, möchte keine Herrenjacken sehen.

Die „ODER“-Suche kann sinnvoll bleiben, wenn Ihr Sortiment klein ist oder Kunden oft Begriffe kombinieren, die so nicht in den Produktdaten stehen. Entscheiden Sie nicht nach Gefühl, sondern testen Sie beide Varianten mit echten Suchbegriffen.

Ein Zwischenweg: Bleiben Sie bei der „UND“-Suche und sorgen Sie dafür, dass die Wörter Ihrer Kunden im Index stehen – über aussagekräftige Produktnamen und das Feld „Such-Schlagwörter“. Dann bleibt die Trefferliste präzise, ohne dass Kunden wegen eines fehlenden Begriffs leer ausgehen.

Schritt 2: Minimale Suchbegrifflänge

Das Feld „Minimale Suchbegrifflänge“ legt fest, wie viele Zeichen ein Wort mindestens haben muss, damit es bei der Suche berücksichtigt wird. Erlaubt sind Werte von 1 bis 20, voreingestellt sind 2 Zeichen.

Belassen Sie den Wert in der Regel bei 2. Ein höherer Wert blendet zwar Kurzwörter aus, schneidet aber auch Größen wie „XL“, Kürzel wie „TV“ oder Modellbezeichnungen ab. Bei einem Wert von 1 dagegen ziehen einzelne Buchstaben beliebige Treffer an.

Schritt 3: Ausgeschlossene Suchbegriffe

Unter „Ausgeschlossene Suchbegriffe“ steht eine Liste von Wörtern, die bei der Suche ignoriert werden. Ab Werk ist sie mit gängigen deutschen Füllwörtern gefüllt, etwa Artikeln und Präpositionen. Über „Suchbegriff ausschließen“ fügen Sie weitere hinzu, über das Suchfeld durchsuchen Sie die Liste.

Sinnvoll ist das für Wörter, die in fast jedem Artikel vorkommen und deshalb nichts unterscheiden – etwa Ihr eigener Shopname, wenn er in vielen Produktnamen steht. Seien Sie vorsichtig: Ein ausgeschlossenes Wort ist für alle Artikel weg.

Achtung

Prüfen Sie die Standardliste einmal mit Ihrem Sortiment. Ein Füllwort kann in Ihrer Branche ein Produktbegriff sein, zum Beispiel in einem Buch- oder Musikshop, wo Titel aus kurzen Alltagswörtern bestehen.

Schritt 4: Durchsuchbare Inhalte festlegen

Die Tabelle „Durchsuchbare Inhalte“ ist das Herzstück. Jede Zeile ist ein Feld, mit den Spalten „Inhalt“, „Suchbar“, „Rangpunktzahl“ und „Suchbegriffe trennen“. In einer Standardinstallation sind diese Felder aktiv:

InhaltRangpunktzahl ab WerkSuchbegriffe trennen
Produktnummer1000nein
Eigene Suchbegriffe800nein
Produktname700ja
Herstellername500nein
Herstellernummer500nein
GTIN/EAN500nein

Weitere Felder wie Produktbeschreibung, Kategoriename, Produkt-Tag, Produkt-Meta-Titel, Eigenschaftsausprägungen oder Variantenwerte können Sie über „Durchsuchbare Inhalte hinzufügen“ bzw. per Haken bei „Suchbar“ aktivieren. Ältere Shops weichen manchmal von diesen Werten ab; mit „Standardwerte wiederherstellen“ setzen Sie die Tabelle zurück.

„Suchbegriffe trennen“ bedeutet, dass der Inhalt in einzelne Wörter zerlegt wird. Beim Produktnamen ist das nötig, damit „Regenjacke Damen Blau“ auch über „blau“ gefunden wird. Bei Nummern bleibt es aus, damit eine Artikelnummer als Ganzes zählt. Besteht der Herstellername aus mehreren Wörtern, kann das Trennen dort helfen.

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Schritt 5: Ranking der Suchbegriffe über die Rangpunktzahl

Die Rangpunktzahl bestimmt, wie viel ein Treffer im jeweiligen Feld wert ist. Findet Shopware einen Suchbegriff in mehreren Feldern eines Produkts, werden die Punkte addiert. Das Beispiel im Admin („Beispiel anzeigen“) zeigt es gut: Bei Titel 100, Beschreibung 50 und Tag 20 Punkten erreicht ein Produkt mit Treffern in allen drei Feldern 170 Punkte und steht vor einem Produkt, das nur im Titel und im Tag trifft.

Daraus ergeben sich drei praktische Regeln:

  • Name vor Beschreibung: Der Produktname sollte deutlich mehr zählen als jeder Fließtext. Aktivieren Sie die Beschreibung nur, wenn sie wirklich gebraucht wird, und dann mit niedriger Punktzahl.
  • Nummern hoch: Wer eine Nummer eintippt, sucht genau einen Artikel. Produktnummer, Herstellernummer und GTIN/EAN dürfen hoch bewertet sein.
  • Kategorien vorsichtig: Ein durchsuchbarer Kategoriename hilft bei allgemeinen Begriffen, kann aber ganze Kategorien gleich hoch in die Liste spülen. Vergeben Sie dafür eher mittlere Werte.

Mit „Rangpunktzahl zurücksetzen“ in einer Zeile kehren Sie zum Ausgangswert zurück. Ändern Sie immer nur wenige Werte auf einmal, sonst lässt sich nicht nachvollziehen, welche Änderung gewirkt hat.

Schritt 6: Zusatzfelder durchsuchbar machen

Im zweiten Reiter der Tabelle, „Zusatzfelder“, nehmen Sie eigene Felder in die Suche auf, etwa ein Feld für alternative Bezeichnungen oder eine Lieferantennummer. Auch hier vergeben Sie eine Rangpunktzahl. Nehmen Sie nur Felder auf, deren Inhalt für Kunden suchrelevant ist, interne Vermerke gehören nicht in die Suche.

Für kundennahe Begriffe gibt es zusätzlich das Feld „Such-Schlagwörter“ direkt im Produkt (Tab „Allgemein“, Karte „Zuweisung“). Es fließt über „Eigene Suchbegriffe“ in die Suche ein und ist für Begriffe gedacht, die nicht im Namen stehen.

Schritt 7: Such-Index neu erstellen

Shopware berechnet die Punkte beim Indexieren. Änderungen an durchsuchbaren Inhalten, Rangpunktzahlen oder am Trennen wirken deshalb erst, wenn der Index neu aufgebaut wurde. Im Bereich „Such-Index“ sehen Sie unter „Zuletzt erstellt“, wann das zuletzt geschah, und starten den Neuaufbau mit „Such-Index neu erstellen“.

Lassen Sie das Admin-Fenster währenddessen geöffnet; Shopware weist selbst darauf hin. Bei großen Sortimenten dauert das spürbar. Ihre Agentur kann den Neuaufbau alternativ auf dem Server anstoßen, etwa mit bin/console dal:refresh:index, am besten außerhalb der Hauptverkaufszeit.

Einzelne Produkte müssen Sie dagegen nicht neu indexieren: Wenn Sie ein Produkt speichern, aktualisiert Shopware dessen Suchbegriffe selbst. Den kompletten Neuaufbau brauchen Sie nur nach Änderungen an den Sucheinstellungen oder nach größeren Datenimporten, die den normalen Speichervorgang umgehen.

Schritt 8: Mit der Echtzeit-Suche prüfen

Im Reiter „Echtzeit-Suche“ wählen Sie einen Verkaufskanal und geben Suchbegriffe ein. Shopware zeigt die Treffer mit ihrer Rangpunktzahl an. So sehen Sie direkt, warum ein Artikel vor einem anderen steht.

Praxis-Tipp

Testen Sie nicht mit Ihren eigenen Katalogbegriffen, sondern mit dem, was Kunden tippen: Bestseller, Marken, Umgangssprache, Mehrzahl, typische Tippfehler und Artikelnummern. Notieren Sie die Ergebnisse vor und nach jeder Änderung.

Was die Einstellungen nicht lösen

Die Sucheinstellungen steuern Felder und Gewichtung. Drei typische Probleme lassen sich damit aber nicht beheben:

  • Tippfehler: Die Datenbanksuche fängt nur manche Fehler über Platzhalter ab, eine Korrektur à la „Meinten Sie …?“ gibt es nicht. Mehr dazu im Ratgeber fehlertolerante Suche.
  • Synonyme: Eine zentrale Liste wie „Handy = Smartphone“ fehlt. Es bleiben Such-Schlagwörter je Produkt, siehe Synonyme in der Shopware-Suche.
  • Umlaute: Schreibweisen wie „saege“ statt „säge“ werden nicht systematisch gleichgesetzt. Wer am Handy ohne Umlaute tippt, findet nicht verlässlich.

Ob Ihre Einstellungen funktionieren, zeigt am Ende nur die Liste der Suchen ohne Treffer, die Shopware selbst nicht führt. Wie Sie sie gewinnen, steht unter Suchen ohne Treffer auswerten. Suchklar setzt genau an diesen Lücken an: Tippfehler werden still korrigiert, „ae/oe/ue“ wird wie „ä/ö/ü“ gefunden, Synonyme pflegen Sie in einer Liste, und der Wochenbericht zeigt jeden Montag, welche Suchen gescheitert sind.

Häufige Fragen

Wo finde ich die Sucheinstellungen in Shopware 6?

Im Admin unter Einstellungen → Allgemein → Suche. Die Seite „Such-Einstellungen“ hat die Reiter „Allgemein“ und „Echtzeit-Suche“. Die Einstellungen gelten je Sprache, die Sie oben auf der Seite umschalten.

Soll ich die UND- oder die ODER-Suche verwenden?

Ab Werk ist die ODER-Suche aktiv. Für die meisten Shops mit breitem, ähnlichem Sortiment liefert die UND-Suche präzisere Treffer, weil jedes weitere Wort eingrenzt. Testen Sie beide Varianten mit echten Kundenbegriffen, denn bei UND führt ein fehlendes Wort zu null Treffern.

Warum wirkt meine geänderte Rangpunktzahl nicht?

Shopware berechnet die Punkte beim Indexieren. Nach Änderungen an durchsuchbaren Inhalten oder Rangpunktzahlen müssen Sie im Bereich „Such-Index“ auf „Such-Index neu erstellen“ klicken und warten, bis der Vorgang abgeschlossen ist.

Sollte die Produktbeschreibung durchsuchbar sein?

Meist nicht oder nur mit niedriger Rangpunktzahl. Lange Beschreibungen enthalten viele Wörter, die nichts über die Produktart aussagen, und erzeugen dadurch unpassende Treffer. Ab Werk ist die Beschreibung nicht durchsuchbar.

Kann ich in den Sucheinstellungen Synonyme oder Tippfehler hinterlegen?

Nein. Die Sucheinstellungen kennen weder eine Synonymliste noch eine Tippfehlerkorrektur. Begriffe für einzelne Produkte pflegen Sie im Feld „Such-Schlagwörter“ im Produkt, für alles Weitere braucht es eine Erweiterung.