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Such-Plugin für Shopware 6 auswählen: die Checkliste

Ein Such-Plugin entscheidet mit darüber, ob Kunden in Ihrem Shop finden, was sie kaufen wollen. Mit dieser Checkliste vergleichen Sie Angebote nach festen Kriterien statt nach Werbeversprechen.

Von Kevin Allmann, Shopware-EntwicklerStand: Oktober 20269 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Vergleichen Sie Such-Plugins nach festen Kriterien: Treffergenauigkeit, Suchfenster, Filter, Tempo, Shopstruktur, Auswertung, Datenschutz, Betrieb und Vertrag.
  • Der wichtigste Test ist der mit Ihren eigenen Produkten und echten Suchbegriffen, nicht die Demo des Anbieters.
  • Datenschutz, Serverstandort und Auftragsverarbeitung gehören vor die Vertragsunterschrift, nicht danach.
  • Laufzeit, Kündbarkeit und Ausfallverhalten sind genauso wichtig wie die Funktionsliste.

Warum eine Checkliste statt Bauchgefühl

Wer nach einem Such-Plugin für Shopware sucht, findet schnell viele Angebote mit ähnlichen Versprechen: „KI-Suche“, „blitzschnell“, „mehr Umsatz“. Was davon in Ihrem Shop tatsächlich ankommt, hängt von Ihrem Sortiment, Ihren Kunden und Ihrer technischen Umgebung ab.

Eine Checkliste hilft, Angebote auf derselben Grundlage zu vergleichen. Sie zwingt außerdem dazu, vorher festzulegen, was Ihnen wichtig ist. Ein Händlershop mit Ersatzteilen braucht eine starke Nummernsuche, ein Modeshop eher eine gute Variantenanzeige und Filter.

Bevor Sie vergleichen, lohnt ein Blick auf den Ist-Zustand. Wie Sie die Standardsuche bewerten und schon ohne Plugin verbessern, steht im Ratgeber Shopware 6 Suche verbessern. Oft zeigt sich dabei, welche Lücken ein Plugin schließen muss.

Die Checkliste auf einen Blick

Drucken Sie die Tabelle aus oder übernehmen Sie sie in eine Tabellenkalkulation. Für jedes Angebot haken Sie ab, was erfüllt ist, und notieren, wie Sie es geprüft haben.

KriteriumWoran Sie es prüfenErfüllt
TippfehlerVertippte Begriffe aus Ihrem Sortiment liefern trotzdem passende Treffer☐
SynonymeEigene Synonyme pflegbar, Wirkung sofort sichtbar☐
Umlaute„ae“, „oe“, „ue“ und „ss“ finden dieselben Artikel wie ä, ö, ü und ß☐
ArtikelnummernEigene Nummer, Herstellernummer und EAN finden den Artikel, auch teilweise eingegeben☐
SuchfensterTreffer erscheinen beim Tippen, mit Bild, Preis und Verfügbarkeit☐
SuchvorschlägeSinnvolle Vorschläge vor und während der Eingabe☐
FilterFilter im Suchfenster oder auf der Trefferseite, frei wählbar☐
GeschwindigkeitTreffer stehen spürbar ohne Verzögerung, auch auf dem Smartphone☐
Sprachen und VerkaufskanäleAlle Storefronts und Sprachen abgedeckt, Kosten dafür klar☐
VariantenEin Artikel statt zwölf Größen in der Trefferliste☐
Kundengruppen und B2BRichtige Preise je Kundengruppe, Preise für Gäste ausblendbar☐
AuswertungSuchen ohne Treffer, Top-Begriffe, Klicks, Umsatz aus der Suche☐
DatenschutzServerstandort, Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Liste der Unterauftragnehmer☐
HostingKlar, wer den Suchserver betreibt und was Sie selbst betreiben müssen☐
KompatibilitätLäuft mit Ihrem Theme und mit aktuellen Shopware-Versionen☐
AusfallverhaltenWas passiert, wenn der Suchdienst nicht erreichbar ist☐
LaufzeitMindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Beginn der Laufzeit☐
SupportFester Ansprechpartner, Antwortwege, Reaktionszeit☐
TestmöglichkeitTest mit Ihren eigenen Produkten vor dem Vertrag☐

Treffergenauigkeit: das wichtigste Kriterium

Ein schönes Suchfenster nützt nichts, wenn die Treffer nicht stimmen. Prüfen Sie die Trefferqualität deshalb zuerst und mit Begriffen, die Ihre Kunden wirklich eingeben.

Tippfehler: Kunden tippen schnell und oft am Smartphone. Eine gute Suche verzeiht Buchstabendreher und fehlende Buchstaben, ohne bei kurzen Wörtern völlig fremde Artikel zu zeigen. Mehr dazu im Ratgeber Tippfehler, Umlaute, Mehrzahl: fehlertolerante Suche.

Synonyme: Kunden sprechen anders als Ihr Katalog. Fragen Sie, wie Synonyme gepflegt werden, ob es Vorschläge gibt und ob Sie Änderungen sofort im Shop sehen. Lassen Sie sich die Pflege im Admin zeigen.

Umlaute und Schreibweisen: „Saege“, „Säge“, „Sage“: Gerade auf Tastaturen ohne deutsche Belegung kommen Ersatzschreibweisen häufig vor. Auch Einzahl und Mehrzahl sowie zusammengesetzte Wörter gehören in den Test.

Nummern: Fachkunden suchen mit Artikelnummer, Herstellernummer oder EAN. Hier ist Fehlertoleranz eher hinderlich: Wer eine Nummer eingibt, will genau diesen Artikel. Gute Lösungen behandeln Nummern deshalb anders als Wörter. Details stehen im Ratgeber Artikelnummern, EAN und Herstellernummern finden.

Suchfenster, Vorschläge, Filter und Tempo

Das Suchfenster ist der erste Eindruck. Achten Sie darauf, was es beim Tippen zeigt: nur Produktnamen oder auch Bild, Preis, Lieferbarkeit, Kategorien und Hersteller? Kann der Kunde direkt im Fenster filtern oder muss er erst auf die Trefferseite wechseln?

Fragen Sie auch, was vor der ersten Eingabe passiert. Ein leeres Fenster ist eine verschenkte Gelegenheit, beliebte Suchen oder oft gekaufte Artikel zu zeigen.

Bei den Filtern zählt, ob Sie selbst festlegen können, welche Filter erscheinen, und ob die Filter zu Ihren Eigenschaften in Shopware passen. Ein Filter „Farbe“ mit 40 unsortierten Werten hilft niemandem.

Geschwindigkeit messen Sie am besten selbst: im Demo-Shop oder im Testshop, auf dem Smartphone und im Mobilfunknetz. Entscheidend ist, wie schnell die ersten Treffer sichtbar sind, nicht eine Zahl aus dem Datenblatt.

Varianten, Verkaufskanäle, Sprachen und B2B

Hier zeigt sich, ob ein Plugin für Shopware gebaut ist oder nur angebunden wurde. Prüfen Sie, wie Varianten erscheinen: Ein T-Shirt in fünf Größen und drei Farben sollte als ein Artikel mit Auswahl auftauchen, nicht als 15 fast gleiche Kacheln.

Haben Sie mehrere Verkaufskanäle oder Sprachen, klären Sie, ob alle abgedeckt sind und ob jeder Kanal eigene Einstellungen bekommen kann. Fragen Sie ausdrücklich, ob zusätzliche Storefronts oder Sprachen extra berechnet werden.

Für B2B-Shops ist die Preisdarstellung entscheidend. Zeigt das Suchfenster die Preise der angemeldeten Kundengruppe? Lassen sich Preise für Gäste ausblenden, wenn Ihr Shop Preise erst nach dem Login zeigt? Ein Suchfenster mit falschen Preisen ist schlimmer als gar keins.

Wie schneidet Ihre aktuelle Suche ab?

Bevor Sie Plugins vergleichen, lohnt der Blick auf den Ist-Zustand: Wir prüfen Ihre Shopsuche mit echten Tippfehlern und Suchbegriffen und schicken Ihnen das Ergebnis.

Auswertung und Berichte

Eine Suche, deren Nutzung niemand sieht, wird nicht besser. Mindestens diese Zahlen sollte ein Plugin liefern: meistgesuchte Begriffe, Suchen ohne Treffer, Klickrate und idealerweise den Umsatz, der auf eine Suche folgte.

Wichtig ist auch die Form. Ein Dashboard, das niemand öffnet, bringt wenig. Ein regelmäßiger Bericht per E-Mail mit den Suchen ohne Treffer ist oft wirksamer. Welche Kennzahlen wirklich zählen, erklärt der Ratgeber Kennzahlen der Shopsuche.

Datenschutz und Hosting

Ein Such-Plugin verarbeitet die Suchbegriffe Ihrer Besucher und oft Ihre Artikeldaten auf fremden Servern. Damit brauchen Sie in der Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Lassen Sie sich diesen vor dem Vertragsschluss zeigen.

Prüfen Sie darin: Wo stehen die Server? Welche Unterauftragnehmer gibt es und in welchen Ländern? Werden IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten gespeichert? Wie schnell werden die Daten nach Vertragsende gelöscht?

Beim Hosting gibt es grundsätzlich zwei Wege. Beim selbst betriebenen Suchserver, etwa mit Elasticsearch oder OpenSearch, haben Sie volle Kontrolle, tragen aber Betrieb, Updates und Überwachung. Ob sich das lohnt, beschreibt der Ratgeber Elasticsearch/OpenSearch in Shopware. Beim gehosteten Dienst übernimmt der Anbieter den Server. Dann zählt umso mehr, wo er steht und wer ihn betreut.

Updates, Ausfall, Laufzeit und Support

Shopware erscheint regelmäßig in neuen Versionen. Fragen Sie, wie schnell ein Plugin nach einem Shopware-Update angepasst wird, wer das Update im Shop einspielt und ob das Plugin mit Ihrem Theme funktioniert, auch nach dessen Updates.

Genauso wichtig: Was passiert, wenn der Suchdienst nicht erreichbar ist? Im schlechtesten Fall bleibt die Suche leer. Besser ist ein automatischer Rückfall auf die Shopware-Standardsuche mit Benachrichtigung an Sie.

Beim Vertrag zählen Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und der Beginn der Laufzeit. Startet sie mit der Einrichtung oder erst mit dem Live-Gang? Und wie kündigen Sie: per Brief, per E-Mail oder mit einem Klick?

Klären Sie zuletzt den Support. Gibt es einen festen Ansprechpartner, der Ihren Shop kennt, oder ein Ticketsystem? Wie erreichen Sie ihn, und wie schnell kommt eine Antwort?

So testen Sie mit eigenen Produkten

Eine Demo zeigt, was ein Plugin mit einem gut vorbereiteten Beispielshop kann. Für Ihre Entscheidung zählt, wie es mit Ihrem Sortiment arbeitet. So gehen Sie vor:

  1. Sammeln Sie 20 bis 30 echte Suchbegriffe, am besten aus Ihrer bisherigen Suchauswertung. Mischen Sie häufige Begriffe, Begriffe ohne Treffer, Tippfehler und Nummern.
  2. Notieren Sie für jeden Begriff, welcher Artikel ganz oben stehen sollte.
  3. Prüfen Sie jedes Angebot mit derselben Liste, auf Desktop und Smartphone.
  4. Werten Sie aus: Wie oft steht der richtige Artikel unter den ersten drei Treffern? Wie viele Suchen bleiben leer?

Praxis-Tipp

Nehmen Sie auch Begriffe auf, für die Sie bewusst nichts führen. Eine gute Suche zeigt dann ehrlich „keine Treffer“ mit hilfreichen Alternativen, statt irgendwelche Artikel anzuzeigen. Wie Sie solche Suchen auswerten, steht im Ratgeber Suchen ohne Treffer auswerten und senken.

Wie Suchklar die Punkte erfüllt

Suchklar ist das Such-Plugin für Shopware 6, das ich selbst entwickle und betreibe. Damit Sie es mit derselben Checkliste prüfen können, hier die Punkte im Überblick, ohne Schönfärberei:

  • Treffergenauigkeit: Tippfehler werden korrigiert, auch bei Umlauten und Buchstabendrehern. „ae“, „oe“, „ue“ werden wie ä, ö, ü gefunden. Synonyme pflegen Sie selbst in einer Liste, auf Wunsch kommen wöchentlich KI-Vorschläge dazu. Artikelnummern werden auch unvollständig gefunden, bei Nummern und EAN greift keine Tippfehler-Toleranz.
  • Suchfenster und Filter: Treffer beim Tippen mit Produkten, Kategorien, Herstellern und Filtern, Vorschläge schon vor der Eingabe, fünf Layouts je Verkaufskanal, darunter eine kompakte Liste mit Artikelnummer für Händlershops.
  • Shopstruktur: Varianten erscheinen als eine Kachel mit Auswahl. Alle Storefronts einer Shopware-Installation sind enthalten, bis zu zehn Sprachen je Storefront. Preise für Gäste lassen sich ausblenden, angemeldete Kunden sehen die Preise ihrer Kundengruppe.
  • Auswertung: Wochenbericht jeden Montag mit Suchen ohne Treffer, dazu Kennzahlen im Shopware-Admin und im Kundenkonto.
  • Datenschutz und Hosting: Gehosteter Dienst, Suchserver in Deutschland, Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit offengelegten Unterauftragnehmern. IP-Adressen der Besucher werden nicht gespeichert. Ein eigener Elasticsearch-Server ist nicht nötig.
  • Betrieb: Läuft mit jedem Theme, Updates spiele ich selbst ein. Ist der Suchserver nicht erreichbar, springt die Shopware-Suche ein, und Sie bekommen eine Mail.
  • Vertrag und Support: 12 Monate Laufzeit ab Live-Gang, danach monatlich kündbar, Kündigung im Kundenkonto mit einem Klick. Persönlich betreut: Ihr Ansprechpartner ist der Entwickler, der Ihren Shop kennt.
  • Testen: Live-Demo unter demo.suchklar.de, dazu der kostenlose Suchtest für Ihren eigenen Shop.

Was Suchklar nicht ist: eine Software, die Sie selbst auf Ihrem eigenen Server betreiben. Wenn das für Sie Pflicht ist, passt ein anderer Weg besser. Und wie bei jedem Angebot gilt: Prüfen Sie es mit Ihrer eigenen Begriffsliste.

Häufige Fragen

Welche Kriterien sind bei einem Shopware-Such-Plugin am wichtigsten?

Zuerst die Treffergenauigkeit mit Ihren eigenen Suchbegriffen: Tippfehler, Synonyme, Umlaute und Nummern. Danach Datenschutz, Ausfallverhalten und Vertrag. Funktionen wie Layouts oder Vorschläge sind wichtig, gleichen aber schlechte Treffer nicht aus.

Brauche ich für ein Such-Plugin einen eigenen Elasticsearch-Server?

Das hängt vom Plugin ab. Manche Lösungen setzen einen eigenen Elasticsearch- oder OpenSearch-Server voraus, gehostete Dienste bringen ihren Suchserver mit. Klären Sie vorher, wer den Server betreibt, überwacht und aktualisiert.

Wie teste ich ein Such-Plugin vor dem Kauf?

Stellen Sie eine Liste mit 20 bis 30 echten Suchbegriffen zusammen und notieren Sie den erwarteten Top-Treffer. Prüfen Sie jedes Angebot mit derselben Liste auf Desktop und Smartphone, idealerweise mit Ihren eigenen Produkten statt nur in einer Demo.

Welche Datenschutz-Unterlagen sollte der Anbieter liefern?

Einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO mit Angaben zu Serverstandort, Unterauftragnehmern, verarbeiteten Daten, technischen Maßnahmen und Löschfristen. Fragen Sie ausdrücklich, ob IP-Adressen der Besucher gespeichert werden.

Was passiert mit der Suche, wenn ich das Plugin kündige?

Das sollten Sie vorab klären. Im Idealfall übernimmt danach wieder die Shopware-Standardsuche, ohne dass Ihr Theme angepasst werden muss. Fragen Sie auch, wann Ihre Daten beim Anbieter gelöscht werden.